Ich habe fünfzehn Jahre an der Universität gearbeitet in Forschung, Lehre und Vermittlung. Promoviert habe ich über Thomas Mann, gearbeitet über die Literatur der Klassischen Moderne und die Gegenwartsliteratur. Verstanden habe ich mich dabei immer eher als kulturhistorischen Literaturwissenschaftler, als Intertextforscher und als Close-Reader. Lange war ich für die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft tätig, als Redakteur des Kleist-Jahrbuchs und Organisator des Kleist-Preises, einige Jahre dann auch für das Literaturfestival „Poetica“.
Mein letztes Projekt – das „Second Book“, die Habilitation, wie man es nennen mag – beschäftigte sich mit ungeschriebener Literatur, mit kaum begonnenen Projekten. Während der Arbeit daran verlor ich meine Stelle und konnte wegen des WissZeitVG nirgendwo mehr anfangen, auch nicht im Ausland. In einer Art höheren Ironie kamen nun Gegenstand und Umstände zusammen: Auch hier führte eine Kombination äußerer und innerer Faktoren zum Ungeschriebensein – und auch wird das Projekt mich wohl nie loslassen.
Danach habe ich vier Jahre in On-and-Off- und Quasi-Arbeitslosigkeit gelebt, wo ich viel, etwas zu viel für meinen Geschmack, über den Jobmarkt und seine Akteure gelernt habe. Darüber ging es in dem Artikel in der ZEIT und ich schreibe daran weiter, soweit es geht.
In diesen Jahren habe ich aber nicht nur weiter geforscht, sondern auch andere Felder ausprobiert, Stadtführungen etwa und habe auch beim Aufbau eines Gastrobetriebs geholfen, ich habe nochmal studiert für ein halbes Jahr (der Grund: Bürokratie). Für den moses-Verlag habe ich ein Quiz über Tattoos geschrieben. Ich habe ein eigenes Kneipenquiz etabliert, das alle 10 Wochen stattfindet (und das man theoretisch auch buchen kann). Und ich habe eine Fortbildung in Online-Redaktion gemacht – dafür entstand eine Homepage, die später zum Vorläufer dieser hier wurde, es ging darin noch sehr um Literaturwissenschaft und man kann auch hier noch diese archäologischen Exponate bewundern.
Ich interessiere mich für vieles gleichzeitig: Hochkultur und Pop, Wissenschaft und Alltagswissen, Ernst und Spiel. Mich reizt, was passiert, wenn diese Bereiche aufeinandertreffen und wie sich daraus neue Formen entwickeln lassen.
Wer so etwas wie einen „richtigen“ Lebenslauf braucht: hier entlang.